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Rotenburg Extra 09/2021

Netzwerken, Fortbildung und Erfahrungsaustausch

Auf den ersten Blick könnte die Schar von Damen, die abends nach einer Wanderung auf einem Teil des Nordpfades beim „mobilen Sekt“ vor der Wassermühle zusammensteht, als Kegelclub durchgehen oder vielleicht als Sport-Gruppe. Sport ist bei der Gruppe, die sich für diesen Termin coronakonform aufgeteilt hat, zwar auch ein Thema, doch der erste Eindruck täuscht. Die elf Frauen, die einen Kreis gebildet haben und sich von Gästeführerin Almuth Quehl Anekdoten und Historisches aus der Region erzählen und vorlesen lassen, sind allesamt gestandene Unternehmerfrauen. Die monatlichen Treffen bedeuten Netzwerken, fachliche Fortbildung, Erfahrungsaustausch und mitunter sogar sportlichen Ausgleich oder „den Kopf freikriegen“.

Vielfalt im Terminkalender

Bei der Themenfindung für den gedruckten Taschenkalender, der immer im Spätsommer herauskommt, achten die Organisatorinnen vom Vorstand auf Vielfalt, von sportlichen Themen wie Yoga, Smovey-Ringe oder Aquafitness über Kulinarisches bis zu klassischen „Bürothemen“ wie EDV oder Neuigkeiten im Steuerrecht: „Wir bemühen uns, die Themen so ausgewogen zu gestalten, dass von allem etwas dabei ist“, meint die zweite Vorsitzende Lola Kröger, erste Frau in einem Holzbauunternehmen mit rund einem Dutzend Mitarbeitern. Neben der Baubranche sind alle möglichen Professionen vertreten: Elektro, Sanitär, Kfz-Nutzfahrzeuge, Friseure; die Altersspanne reicht von Mitte 30 bis Ende 70.
Für Kröger persönlich sind die Vorträge vor normalerweise um die 30 Teilnehmerinnen mit geladenen Referenten zum Thema Mitarbeiterführung sowie Büroorganisation und Digitalisierung besonders interessant. Gerade die Unternehmenskommunikation gehe alle an, denn: Egal, ob es sich bei der „Unternehmerfrau“ um eine Unternehmerin mit eigenem Betrieb wie einen Frisörsalon handelt oder, wie in ihrem Fall, die Mitinhaberin eines vom Ehemann geführten Unternehmens in der Baubranche: „In der Regel sind es die Frauen, die mit ihren Soft Skills Bereiche wie Mitarbeiterführung prägen", weiß die Westervesederin. Regelmäßig hören sie dazu Vorträge, etwa von der Handelskammer, aber auch die Digitalisierung, oder neue Verordnungen werden thematisiert. „Das sind fast immer tolle Referenten, die gut was rüberbringen", befindet Meike Carstens aus Wohlsdorf; die Scheeßelerin Sigrid Dittmer pflichtet bei: „Man kann alles gebrauchen, von den Sparkasseninfos bis zur Achtsamkeitsübung.“
Das ist, wie sich längst per Mundpropaganda herumgesprochen hat, nicht nur für die Mitglieder selbst interessant - es finden sich regelmäßig auch Gäste ein. Längst hat sich diese Form des zwanglosen Informationsaustauschs und der Fortbildung herumgesprochen. Nachwuchssorgen hat der 1990 gegründete Verein mit rund 70 Mitgliedern jedenfalls nicht; potenzielle Neuzugänge, zu denen der Verein passen könnte, werden gezielt angesprochen. Auch während der Pandemie mussten die Vereinstätigkeiten nicht komplett eingestellt werden: Nach einigen Online-Seminaren während der Pandemie wie Stressbewältigung mit einem Referenten der 11-lK oder zum Zeitmanagement setzen die Organisatorinnen vom Vorstand nun verstärkt auf das Thema „Outdoor“, „damit überhaupt etwas stattfinden kann“, wie die erste Vorsitzende Silvia Behrens aus Abbendorf erläutert. Nur die Jubiläumsfeier, sie fiel pandemiebedingt ins Wasser.

Wir bemühen uns, die Themen ausgewogen zu gestalten.

Nachgeholt werden soll sie in kleinem Rahmen am 14. September auf dem Flugplatz mit Rundgang und Einkehr im dann jüngst eröffneten Cockpit 53°, deren Betreiberin Verein ist. Damit knüpft man an die Tradition des Sommerfestes bei jeweils einem der Mitglieder an, sodass die Teilnehmerinnen nicht nur unterschiedliche Orte, sondern auch die besichtigten Betriebe näher kennenlernen. Kennengelernt haben die Teilnehmerinnen beim eineinhalbstündigen Marsch auf dem Nordpfad so Einiges: Für viele ist nicht nur der Weg neu, sondern auch einiges von dem, was es dank Quehl zu entdecken und erfahren gab: die Süßwassermuscheln oder den Tipp, wie man aus Disteln Tee zubereitet oder die Überquerung des kleinen Baches, der beim Fließen seinen Namen ändert. //hey